Danke Deutschland: Teil 017: Deine Dialekte bieten besonderen Charme

Eine besondere Spezialität von Deutschland sind wiederum die vielen verschiedenen Dialekte. Sie sorgen für einen ganz eigenen Charme der unterschiedlichen Bundesländer. Nicht selten geht der Dialekt auch mit einem ganz bestimmten Humor einher. Während man im Norden des Landes sprachlich wie humoristisch eine saloppe Art pflegt, Berliner eine bewusst schnoddrige Ausdrucksart kultiviert haben, schweift der Rheinländer zum Beispiel lieber aus.

Jeder Typ von Dialekt sorgt so für einen ganz eigenen Charakter. Auch wenn viele Menschen heute Hochdeutsch sprechen, werden Dialekte dennoch wieder gerne gehört. Es gibt auch Comedians und Kabarettisten, die mit Dialekt auftreten. Manche Dialekte haben sogar ihre eigene Bezeichnung. Die Dialekte haben oft ein ganz besonderes Vokabular, um die Lebensart einer Region zum Ausdruck zu bringen. Mit dialektalen Bezeichnungen lässt sich so die Weltsicht mancher Städte oder Bundesländer viel besser auf den Begriff bringen als mit hochdeutschen Formulierungen.

Es gibt deshalb heute wieder Künstler, Musiker und sogar Dichter, die sich des Dialekts bedienen. Im Gegensatz zum konservativen Spracherhalt, wie man ihn in vergangenen Jahrhunderten gepflegt hat, hebt man dabei heute aber meist auf die Erneuerung und die Wandlungsfähigkeit der Sprache ab. Wenn Musiker in ihren Songs auf eine entsprechende Sprache zurückgreifen, mischen sie diese oft mit Wörtern aus der Jugendsprache oder erfinden ganz neue Formulierungen. Wie das Hochdeutsche wandelt sich so auch der Dialekt. Dass viele Deutsche den Dialekt auch schätzen, zeigt auch noch eine andere Sache: Für viele Dialekte gibt es kleine Wörterbücher oder sogar Übersetzungen populärwissenschaftlicher Bücher. Asterix und Obelix ist so beispielsweise auch auf Schwäbisch oder im Pfälzer Dialekt erhältlich.

Viele Menschen nutzen diese Übersetzungen als lustiges Geschenk für gute Freunde. Der Reichtum an Dialekten beweist dabei nur die besondere Vielfalt der deutschen Sprache im Allgemeinen. Jeder Deutsche hat dabei bestimmte Dialekte, die er besonders schätzt und solche, die er nicht mag. Es gehört in manchen Kreisen sogar zum guten Ton, bestimmte Dialektsprachen nicht zu mögen. In manchem Bundesland veralbert man das Nachbarbundesland gerne mit seinem Dialekt. Aber dies ist nur ein weiterer Fall von kleinen regionalen Streitigkeiten, die insgesamt gesehen doch den besonderen Zusammenhalt von Deutschland bestärken. Auch die Sprachwissenschaft hat sich mit den Dialekten beschäftigt. Insgesamt gesehen ist das Hochdeutsche gegenüber den Dialekten sogar eher eine neuere Erscheinung. Erst mit der Verbreitung der Schriftsprache und den Massenmedien breitet sich die Hochsprache immer mehr in der Bevölkerung aus. Dialekt zu sprechen ist heute im Vergleich zur Vergangenheit jedoch kein Makel mehr.

Entscheidend bei der Verwendung von Hochsprache und Dialekt ist lediglich die angemessene Verwendung einer Sprache, die zur jeweiligen Situation passt. Im Idealfall sollten Sprecher dabei zwischen mündlichem Sprachcode und schriftlicher Sprachverwendung sicher unterscheiden können. Wo dies gegeben ist, bietet der Dialekt im Mündlichen oft viele gute Ausdrucksmöglichkeiten. Der Dialekt wird daher in allen Bevölkerungsschichten als wichtige sprachliche Ausdrucksform genutzt. Wenn man ihn hört, lässt sich damit manchmal sogar ein bestimmtes Gefühl verbinden. In mancher Sprache fühlen sich die Hörer heimisch. Andere Sprachformen rufen bei ihnen bestimmte Stereotype ab. Eine bewusste Sprachverwendung kann damit auch künstlerisch arbeiten.