Danke Deutschland: Teil 027: Eine Frau als Kanzlerin hat nicht jedes Land!

Weltweit werden Frauen nach wie vor gesellschaftliche benachteiligt. Ungefähr ein Viertel weniger Lohn erhalten sie für die gleiche Arbeit. Dieser sogenannte Gender Pay Gap bedeutet für Frauen eine beträchtliche Summe Lohnverlust. In Deutschland hat eine starke Frauenbewegung dafür gesorgt, dass sich die Gehaltsunterschiede immer weiter angleichen. Auch Spitzenpositionen vieler Unternehmen werden heute mit Frauen besetzt. Und die wichtigste Stelle im politischen Leben – die des Bundeskanzlers – wurde mit Angela Merkel erstmals von einer Frau besetzt.

Eine Frau als Kanzlerin ist eine beträchtliche Errungenschaft. Nicht jedes andere Land hat in seiner Geschichte bereits eine Frau an seiner Spitze gehabt. Deutschland hat es geschafft. Damit wird auch Frauen und schon kleinen Mädchen deutlich gemacht, dass auch sie es in Deutschland bis an die Spitze schaffen können. Eine Frau als Führungskraft ist in Deutschland etwas ganz normales. Viele Frauen haben dadurch bessere berufliche Voraussetzungen. Wer für eine Stelle qualifiziert ist, kann sie auch als Frau bekommen. Niemand wird aufgrund seines Geschlechtes oder seiner sexuellen Orientierung offen davon abgehalten, berufliche aufzusteigen.

Diese Freiheit kommt sowohl Männern wie auch Frauen zu Gute. Und spätestens dann, wenn Männer Töchter oder weibliche Patenkinder haben, sind sie über diese Entwicklung ebenfalls besonders froh. Geschlechtergerechtigkeit garantiert, dass Frauen auch etwas in der Gesellschaft erreichen können. Eine Frau als Bundeskanzlerin kann das Selbstvertrauen vieler Mädchen stärken. Und im Betrieb sorgt eine gerechte Besetzung von Spitzenpositionen dafür, dass auch die qualifiziertesten Personen Führungsaufgaben übernehmen. Eine Verteilung von Führungspositionen nach diesem Maßstab kann auch dem Arbeitsklima im Betrieb nützen. Wo man sich gegenseitig fair behandelt und auf sich achtet, arbeiten Menschen mit größerer Zufriedenheit.

Von keinem Mann wird heute im Betrieb erwartet, dass er sich gegen eine Frau auf jeden Fall durchsetzen muss. Es wird auf gleicher Augenhöhe gearbeitet. Die erreichten Errungenschaften im Bereich des Feminismus können deshalb sowohl für Männer wie auch für Frauen zu einem angenehmeren Arbeitsklima beitragen, von dem auch die Männer profitieren. Zudem werden durch die Beteiligung von Frauen auch deren Perspektiven auf bestimmte Fragen in die Diskussion eingebracht. Das gilt nicht nur im Betrieb, sondern auch in der politischen Diskussion und in der öffentlichen Debatte. Viele Talkrunden werden heute auch von Frauen geleitet. Und auch im Journalismus und in der Wissenschaft gibt es heute in Deutschland viele weibliche Fachkräfte. Sie sorgen dafür, dass auch die Fragen von Frauen nicht vernachlässigt werden. Insgesamt fließen damit mehr Perspektiven bei der Konsensbildung mit in die Debatte ein. Dadurch ergibt sich ein vielschichtiges Bild.

Bestimmte Probleme, die manche Männer gar nicht auf dem Schirm haben mögen, wenn damit von Anfang an bedacht. Am Ende steht so ein Ergebnis, das möglichst vielen Menschen in der Gesellschaft gerecht wird. Durch die starke Frauenbewegung in Deutschland hat sich so nicht nur die Lebensqualität für Frauen ganz erheblich verbessert. Auch die Qualität der getroffenen Entscheidungen hat sich verbessert. Das wird von vielen Wissenschaftlern und Managern bestärkt. Deutschland ist in der Geschlechterfrage auf gutem Weg nach vorne – auch wenn die Debatte nicht überall so offen geführt wird.