Danke Deutschland: Teil 091: Der Barock war eine besondere Zeit – Deutschland hat viel von ihm

Im Barock wurden besondere Bücher geschrieben, wichtige Entdeckungen gemacht und imposante Gebäude gebaut. Von allem gibt es in Deutschland heute noch die Ergebnisse dieses Zeitalters zu bestaunen. Mit eigenen Barockstraßen bietet Deutschland seinen Bewohnern eine ganze Strecke, an der sie viele schöne Kirchen, wichtige Museen und ganz besondere Gebäude besuchen können. Im Barockzeitalter hat man viele lebendige Bilder gemalt. Das Zeitalter hatte den Tod unmittelbar vor Augen und stand doch für eine ganz besondere Lebenslust. Obwohl die Menschen die Auswirkungen der Pest wie auch des 30 Jahre währenden Konfessionskrieges unmittelbare vor Augen hatten, haben sie sich trotzdem für das Leben entscheiden. Vielleicht auch gerade weil ihnen bewusst war, dass das Leben eines Tages vorbei sein wird, wollten die Menschen aus dem Barockzeitalter es in vollen Zügen genießen.

Wann der nächste Krieg kommt wusste man nicht, aber man feierte große Feste, ließ Gebäude mit einer aufwändigen Architektur und vielen Skulpturen bauen und malte große Wandgemälde und Fresken. Manches schöne Schloss und mancher berühmte Garten stammt aus dieser Zeit. Für die vielen Kulturdenkmäler aus dem Barock bewundert man Deutschland in der ganzen Welt. Kaum eine andere Epoche hat so imposante Bauten hinterlassen. Und auch in der Musik fällt das Ergebnis dieser Epoche ausgesprochen üppig aus. Viele Menschen sehen im Barock den entscheidenden Übergang zur Neuzeit. Tatsächlich fanden hier auch erhebliche Forschungen statt. Die modernen Naturwissenschaften wurden begründet. Dennoch war die Naturwissenschaft noch nicht von der Kulturwissenschaft abgetrennt. Wer damals die Natur erforschte, verfügte immer zugleich auch über ein breites kulturelles Wissen und einen umfassenden Zugang zu allen Künsten seiner Zeit.

Von einem enzyklopädischen Bildungsanspruch an die Erschließung der Welt kann die Rede sein. Die Entdeckung der Naturgesetze und die Konstruktion von allerlei Maschinen sorgte für einen entsprechenden Optimismus unter den Forschern. Man ging davon aus, dass man den allgemeinen Zugang zu allen Wissenschaften als einzelner Mensch auch leisten konnte.

Viele Pädagogen sorgten erstmals dafür, dass die Menschen sich nicht nur Latein aneigneten. Während das Lateinische die anerkannte Wissenschaftssprache war, so wie es heute das Englische ist, unterstrich das Barockzeitalter zugleich auch die Bedeutung der Muttersprache. Man sorgte dafür, dass die Menschen auch das Deutsche sprachen. Daneben wurden ihnen andere Sprachen beigebracht. Auf den Fresken der damaligen Zeit kann auch die Eroberung der Welt beobachtet werden. Hier gibt es Schiffe, die in alle Meere ausfahren. Es gibt Eroberer, die andere Kontinente entdecken. Exotische Tiere, fremde Früchte und vieles andere mehr. Die Entdecker beobachteten es in der Welt.

Das Barockzeitalter sorgte dafür, dass jeder Mensch einen Zugang zur gesamten Welt erhalten sollte. Der Anspruch wurde zur damaligen Zeit bereits vertreten und von entsprechenden Theoretikern wie Johann Amos Comenius pädagogisch begründet. Der Großvater der heutigen Pädagogik setzte sich dafür ein, alle Menschen alles über die gesamte Welt zu lehren. Er wollte zudem, dass sie dabei gründlich gelehrt wurden. Damit ist er auch Vorläufer der Qualität der Gründlichkeit, die viele Deutsche heute auszeichnet. In jedem Fall kann man auf das Barockzeitalter stolz sein.